Fazit nach 2 Jahren Vanlife | Danke für 300 Abonnenten

Der Text dazu unten, hier erstmal das Video:

Fazit nach 2 Jahren Vanlife | Skoda Fabia | Dachzelt | Skoda Kodiaq | VW Sharan | VW Touran

Vor zwei Jahren, als mein Mann 2018 Hals über Kopf das Haus verließ hatte ich mich entschlossen, meine Wohnung an den Nagel zu hängen und mein Hab und Gut an den Mann oder die Frau aus ebay zu bringen.

Übrig blieb mein Škoda Fabia, bis unter den Rand vollgepackt mit meinen Siebensachen.

Ich wollte die einmalige Gelegenheit nutzen, jetzt, da meine Kinder flügge und ich wieder zu haben war, um etwas nie zuvor Dagewesenes zu machen.

Vor allem wollte ich schneller als in 80 Jahren um die Welt reisen, denn mir bleiben maximal 79 Jahre zum Leben übrig.

Zuerst lebte ich in meinen farblich völlig unauffälligen Škoda Fabia, mit umgeklappten Rücksitzen, was so bequem und stabil war, wie auf einer Bierbank zu schlafen. 

Eigentlich musste ich nachts gar nicht schlafen, denn ich arbeitete Nachtschicht im Hotel in München, dafür war ich tagsüber bei 30 Grad im Auto für den vorbeigehenden Passanten eine Schnapsdrossel sondergleichen, die um 17 Uhr immer noch ihren Rausch ausschlief. So fühlte ich mich auch.

Ich kaufte mir ein Dachzelt, das leicht überdimensioniert für den kleinen Fabia erschien, weswegen ich auch ständig Kommentare von drinnen hörte wie “Jo varreck, wos isn dees fia a Ufo?!?” oder, weniger pathetisch, “Da wird doch bei der Hitze keiner drin schlafen, der geht ja sonst ein da drin!”

Ich hatte meist total Glück und mindestens in 4 von 10 möglichen Schlafstunden Schatten auf dem Zelt. Mit der Zeit wich ich auf Waldparkplätze aus, auch wenn mein Kollege meinte, dass da kein Verbotsschild stünde, hieße noch lange nicht, dass man da schlafen dürfe. Es war mir gelinde gesagt scheißegal, denn vor Müdigkeit hätte ich dem mich verhaften wollenden Polizisten vermutlich den nackerten Arsch gezeigt und ihm erklärt, er solle seine Großmutter… räusper…. besuchen.

Dann die Erlösung von der Tortur: Ich hatte mich für einen Bürojob auf Teneriffa beworben und war genommen worden.

Ende August machte ich mich voller Hoffnungen auf nach Teneriffa. 

In den neun Monaten – nein, ich war nicht guter Hoffnung, sondern voller Hoffnung! – dort lernte ich, mich nicht mehr vor Dingen zu fürchten, die sowieso nicht eintreten, und vergaß dabei dann auch, mich vor Dingen zu fürchten, die eintreten. Wie notgeile, vor nichts zurück schreckende Männer oder Drogenhändler, die tatsächlich existieren.

Ich wurde aber niemals ausgeraubt oder belästigt  und niemand hat mir etwas getan, ich bekam nur viele interessante Angebote von seltsamen Männern, die ich meist freundlich ablehnte, ein bis zweimal jedoch meiner Neugier den Sieg überließ. Die Drogenhändler hatte an mehreren Stränden ein Problem mit meinem Tiefschlaf. Ich schlief einfach trotz ihrer discolauten Musik weiter, denn das Meeresrauschen und das Spazierengehen und Wandern den ganzen Tag verwandelte mich in einen Siebenschläfer. 

Über 80% der interessanten Leute, die ich kennenlernte, waren spanischsprachig, und so konnte bald so flüssig Spanisch sprechen, dass kein Schwein mehr glaubte, dass ich erst seit ein paar Wochen auf der Insel war und vorher außer “Hallo, wie geht’s?” quasi kaum etwas hatte sagen können.

Kurz darauf fing ich an, es nun Anfängern selbst beizubringen, spanische Geschichten zu schreiben, spanische Videos aufzunehmen und für Touristen zu dolmetschen, wo auch immer ich gerade aß und trank. Die Wirte waren meine Freunde. Ich war in meinem Element. 

Nach neun Monaten kehrte ich hoffnungsvoll zurück nach Deutschland – nein, wieder nicht guter Hoffnung, sondern hoffnungsvoll, denn mein Mann und ich hatten uns über Videoanrufe neu verliebt und ich wollte, dass er meinen Lebensstil austestet, denn ich war felsenfest davon überzeugt, dass er, der so gern wanderte und essen ging wie ich, es lieben würde.

Ich arbeitete wieder im Hotel in München, und an jedem freien Tag fuhr ich mit meinem Mann in Urlaub. In ganz Bayern, rauf in den hohen Norden oberhalb der Weißwurstgrenze nach Hamburg und in die andere Richtung über den Brenner rüber runter nach Italien.

Der Fabia platzte aus allen Nähten, wenn wir zu zweit unterwegs waren, und uns platzten die Bäuche nach jedem Urlaub, auch wenn wir stundenlang wanderten in dem Glauben, dann mehr Eis, Likör, Pizza, Pasta und sowas verzehren zu können.

Ich wollte nicht mehr platzen, weder bäuchlich noch autotechnisch, ich brauchte ein größeres Auto. 

Am liebsten hätte ich einen Toyota Land Cruiser gekauft. 

Doch die sind dermaßen teuer, dass ich davon auch ein freistehendes Einfamilienhaus mit Carport in Niederbayern hätte kaufen können.

Sogar gebraucht benötigt man da einiges auf der Seite, falls etwas kaputt gehen sollte. Meine Familie riet mir ab, ich gab nach. Zum Glück, verdammt noch mal! Mir passierte etwas total Geiles! Ich verliebte mich in ein richtig krasses Auto!

Ich entschied mich für einen Škoda Kodiaq. Sportlich, dynamisch, ein Bonzenauto, kraftvoll, weshalb ich ihm den Spitznamen “das Viech” verpasste, in Anlehnung an den Stier, nicht an die Mücken.

Da ich ihn mir als EU-Neuwagen kaufte, sparte ich mir 11.000 €. Wer von euch sich die gleiche Summe sparen will, wende sich vertrauensvoll an mich.

Das Dachzelt passte plötzlich auch viel besser auf den Kodiaq. Die Relationen von Dachgeschoß und Erdgeschoß stimmten nun.

Und ich hatte nun im Erdgeschoß eine zweite Möglichkeit zu schlafen. 

Ich hatte allerdings immer noch bei weitem viel zu viel Zeug.

In den folgenden Monaten reduzierte ich ständig und kaufte ständig Neues, weil mir die Dinge dann doch nicht reichten. 

Was ich von Anfang an nicht wollte, war ein Bad und eine Küche im Auto. Wer ein Bad und eine Küche hat, muss in beiden Räume aufräumen, putzen und in der Küche dann auch noch kochen und abspülen. Das wollte ich mir lieber sparen.

Warum ich keinen Campingwagen oder Transporter will? In meinem Video, warum ich in einem SUV lebe und nicht in einem Van, erkläre ich, was genau meine Gründe sind, warum ich dieses Auto, mein Viech, als mein mobiles Zuhause gewählt habe, und immer wieder wählen würde.

Olaf und ich versuchten es noch bis Oktober, doch ihm gefiel dieser Lebensstil überhaupt nicht. Er freute sich immer auf sein Zuhause. Ich jedoch wollte am liebsten gar nicht mehr in einer Bude mit vier Steinwänden sitzen, nicht mal zu Besuch.

Ich vergöttere und liebe dieses neue Leben, mehr als jedes andere Leben zuvor.

Also ließen wir uns im Dezember 2019 endgültig scheiden. Bei der Scheidung machte ich Witzchen und hätte meinen Ex-Mann danach beinah geküsst, doch dann gingen wir doch zu ihm und verabschiedeten uns gebührend, und das, obwohl ich zwischen zwei Nachtschichten war.

Die Scheidung war unvermeidlich gewesen. Denn wenn ich mein Leben im Auto nicht mehr leben dürfte, dann wäre ich nicht mehr ich. Und wer wäre ich dann? Die Frau, die sich für ihn verstellte? Die Frau, die sich für ihn verbog? Die ihre Wünsche und Träume für ihn begrub? Wer würde diese Frau lieben wollen? Ich nicht.

Von Januar bis März machte ich Urlaub auf Teneriffa. Endlich hatte ich drei Monate Zeit, an meinem Blog, Wanderführer, Podcast, YouTube Kanal, Buch und Nachhilfeunterricht zu feilen.

Ich startete den Podcast mit meinen Geschichten, wie ich dieses Leben begann, in sechs Sprachen. Jedes Kapitel beantwortet eine Frage von euch. Kapitel 1 antwortet darauf: https://parkitloveit.com/parkitloveit-podcast-001-warum-bist-du-in-ein-auto-mit-dachzelt-gezogen/ 

Dass ich nie wieder in einer Wohnung oder einem Haus leben werde, ist mir spätestens während Corona klar geworden. 

Zuerst durfte ich zwei Wochen Lockdown im Haus meiner Freundin auf Teneriffa verbringen. 

Ich litt unheimlich unter dem Eingesperrtsein. Ich heulte, fror, zitterte, hatte keine Energie und war den ganzen Tag schlecht gelaunt. Depressiv ohne Ende.

Dann musste ich in Deutschland bei meinem Vater zwei Wochen in der Wohnung sitzen, bis ich mir alles organisiert hatte, um mit einem Leihwagen meinen Wanderführer Wirte am Wasser weiter zu machen. 

In dem Moment, in dem ich mit Sack und Pack, meinen nötigsten sieben Sachen, im bei https://parkitloveit.com/en/rent-a-car-up-to-10-off-parkitloveit-in-cooperation-with-sixt-espana/ geliehenen VW Sharan war und los fuhr, fing ich an zu singen vor Freude. 

Wenn ich im Auto singe, weißt du ganz sicher: Ich bin wieder ich.

In den ersten beiden Monaten hatte ich also einen VW Sharan. Geiler Karrn.

Den kann ich absolut empfehlen als mobiles Zuhause.

Als die Kontaktsperre in Deutschland aufgehoben und Urlaub wieder möglich war, explodierten die Preise für Mietwagen. 

Mein Vater konnte mir von seinem Autohaus relativ sausaubillig einen VW Touran organisieren.

Ich liebte das Leben in diesem wunderschönen Auto mit Panoramadach. Täglich den Regen aufs Dach tröpfeln sehen, den Marder übers Dach rennen sehen, die Blitze beim Gewitter beobachten, die Sterne eine Minute anschauen, bevor ich schlief.

Auch hier passte meine Matratze hinein. Ein bisschen diagonal und gequetscht, aber sie passte rein, und ich passte rein. Ich war happy.

Mitte Juli konnte ich endlich nach Teneriffa fliegen, um meinen Škoda Kodiaq, der vier Monate bei meiner Freundin gestanden war, wieder abzuholen. 

Ich hatte 14 Tage Zeit, um wieder nach Hause zurück zu kommen, da ich ab 1. August wieder in München arbeiten musste. Zwei Tage wartete ich auf meinen Rucksack, dann brauchte ich einen Tag, um das Viech wieder zum Laufen zu bringen, einen Tag, um das Fährenticket umzutauschen, und zwei Tage später fuhr ich los, mit der Fähre in eineinhalb Tagen von Teneriffa nach Huelva in Spanien, nahe der portugiesischen Grenze, und von dort in fünf Tagen nach Deutschland.

Als ich in Deutschland ankam, hatte ich mich zu einer lodernden Flamme verwandelt, die Männer per Bildübertragung verführte und auf der Wasser brutzelnd verdunstete, so dass YouTube Alarm schlug und die YouTube Feuerwehr ausrückte. Ich ziehe mich daher mit meinen lebenslustigen, freizügigen, lebenshungrigen Videos auf mein Altenteil, nein Hinterteil, nein, in den Teil des Internets zurück, in dem mehr erlaubt ist. Also Patreon und Vimeo. Bis ich das Geld für den Account dort habe, sind die zensierten Videos auf meiner Homepage für den kleinen Geldbeutel erschwinglich nach Erbringung der Erschwingung, …. sorry, ich verschwinge mich in Nebensächlichkeiten. Die Seite auf meiner Homepage heißt “Woanders”. Einfach mit Slash hinter das parkitloveit.com oder auf meiner Homepage ins Suchfeld eingeben.

Bis Ende August arbeite ich noch in den beiden Hotels, um die aufgelaufenen Schulden der vier Monate Corona wieder rein zu arbeiten. 

In diesen vier Monaten hatte ich nur online Unterricht gegeben. 

Das Geld hatte natürlich wegen der Mietwagenkosten hinten und vorne nicht gereicht. 

Ich hatte mich durch Spenden und Leihgaben über Wasser gehalten. Danke an dieser Stelle nochmal allen, die mich in dieser für Einzelunternehmer schwierigen Zeit unterstützt haben.

Ab September verdiene ich mit dem Wanderführer, dem Sprachunterricht und den Nacktvideos, die ich seit einem Monat anbiete, sowie der Möglichkeit, mit mir einen Tag reisen und nackt baden zu können, genug für mein alltägliches Leben. Das “Reise und bade nackt mit mir!”-Angebot beinhaltet einen Tag mit mir zu reisen und nackt zu baden, wo ich zu der Zeit gerade bin. Nach Absprache über WhatsApp oder Email sowie Sprachnachrichten und Anrufen einigen wir uns, was wir an diesem Tag gerne beide wollen würden oder vorstellen könnten, immer vorausgesetzt, dass wir uns in natura ebenso gegenseitig toll finden wie online. Wenn der Tag für uns beide richtig gut war, bleibt die Möglichkeit, auf das ganze Wochenende oder mehr zu verlängern. Du kannst jeweils einen Samstag bei mir buchen, oder wenn du dir sicher bist, gleich ein ganzes Wochenende. Zahlung des Grundpreises von 100 EUR pro 12 Stunden erfolgt spätestens am Anreisetag. Ich freue mich, wenn du Kontakt zu mir aufnimmst, damit wir uns schon mal beschnuppern können.

Also: Ab September kann ich endlich ortsunabhängig arbeiten. 

Ich muss nicht mehr nach München zurückkehren. 

Ich bin endlich frei. 

Im September und Oktober werde ich am Bodensee recherchieren. 

Im November und Dezember in der Schweiz: den Vierwaldstättersee und die Thermen. 

Ab Januar mache ich mich auf den Weg, auf den Jakobsweg. 

Ich will durch Südfrankreich durch nach Nordfrankreich gehen, und im April oder Mai dann nach der Schneeschmelze über die Pyrenäen hinüber nach Spanien bis nach Santiago de  Compostela.

Meinen Wanderführer, der bisher als Online Magazin erschienen ist, werde ich auch als E-Book in verschiedenen Versionen herausgeben. 

Die erste Version wird sechssprachig sein. Sechs wie sieben, nur halt sechs Sprachen.

Er erscheint als Serie. 

Jeweils mit einem Gebiet, dass ich untersucht habe. 

Und jeweils einem Kapitel über mein Vanlife, in dem ich meine Geschichte erzähle.

Die zweite Version wird Nacktbilder von mir enthalten. 

Demnächst verkaufe ich mein Dachzelt. 

Ich möchte stattdessen eine Dachterrasse. 

Denn was ich im VW Touran hatte, den Sternenhimmel beobachten zu können, das kann ich im Dachzelt nicht. 

Aussicht von dort oben gab es immer nur durch eines der vier kleinen Fenster im Dachzelt. 

Mit einer Dachterrasse habe ich mehr Freiheit und mehr Aussicht. 

Und ich schlafe lieber im Auto. 

Für das Auto lasse ich mir noch eine maßgeschneiderte Matratze machen, um den ganzen Platz auszufüllen

Ich blicke voller Vorfreude in meine Zukunft. 

Eine Freundin hat eine Visualisierungsreise mit mir gemacht. 

Darin fand ich heraus, wer ich in 20 Jahren sein werde. 

Und besuchte mein zukünftiges Ich. 

Sie, also mein zukünftiges Ich, sagte: „Die Menschen sind wichtiger als die Dinge. Ich bin die Wanderführerin der Liebe.”

Ich glaube, dass ich auf dem richtigen Weg bin. Ob du mich nun die Wanderverführerin oder Vanverführerin oder Wanderführerin der Liebe nennst, es kommt aufs Gleiche raus: Komm mit mir, komm zu mir, genieße mit mir.

Es fühlt sich richtig an. 

Es fühlt sich gut an. 

Endlich weiß ich, wie ich mit dieser Freiheit umgehen muss. 

Ich habe mich selbst gefunden. 

Und ich bin froh, dass ich diesen Schritt gegangen bin.

Wenn ich morgen sterben müsste, würde ich ganz genau das tun, was ich jetzt tue:

In meinen Kodiaq steigen, an einen wunderschönen Ort fahren, am Wasser wandern, am Wasser mit schöner Aussicht essen, nackt baden, mich mit interessanten Männern treffen, körperliche Liebe genießen, mit Freunden meine Geschichten in fünf Sprachen übersetzen, und im Auto schlafen.

Ich will nie wieder ein anderes Leben.

Ich habe mich gefunden.

Ich bin ich, und ich darf es sein.

#vanlife #minimalismus #genuss

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