11 Jahre nach der Krise meines Lebens | Wenn kämpfen keinen Sinn mehr macht

Lösungsorientiertes Handeln ist manchmal nicht mehr möglich

Disclaimer: Wer leicht durch problematische Verhaltensweisen getriggert wird, sollte diesen Blogartikel nicht lesen.

Warum ich diesen Blogartikel schreibe

Durch einen Blogartikel von Kevin von Nebelferne zum Thema Depression/ Autoaggression/ Selbstmordgedanken erinnerte ich mich gerade an meinen Zustand 2010, als ich das Sorgerecht für meine Kinder verloren hatte, selbst aus heutiger Sicht immer noch völlig unberechtigt, denn ich bin eine gute Mutter, ich nehme keine Drogen, trinke selten – und dann wenig – Alkohol, behalte die Kontrolle über mich, kann gut motivieren, Grenzen setzen, und konnte für uns sorgen. Deshalb war ich wohl auch in ein so tiefes Loch gefallen, als es passiert war. Ich konnte es einfach nicht glauben, und musste dann feststellen, dass alles Kämpfen nichts nutzte. Es war wohl das erste Mal in meinem Leben, dass lösungsorientiertes Handeln keinen Sinn mehr machte, dass ich einfach nur noch aufgeben konnte. Vielleicht hat jemand Ähnliches erlebt und möchte wissen, wie es ablaufen könnte. Und vielleicht möchte jemand hören, dass Hoffnung besteht, dass die Zukunft trotzdem positiv aussieht.

Die Vorgeschichte

Sowohl der Vater von Lukas als auch später der Vater von Sascha hatten mich bereits in der Schwangerschaft verlassen. Ich war trotzdem bereit, die Verantwortung für meine Kinder zu übernehmen, und liebte sie von Anfang an. Die meiste Zeit meines Lebens als Mutter arbeitete ich entweder Vollzeit oder Teilzeit, und meist auch in Schicht, da ich als allein erziehende Mutter nicht mehr so viele Jobs zur Auswahl hatte. Da ich ein Einfamilienhaus für uns baute, und ein hohes Darlehen laufen hatte, war ich gewissermaßen auch in dem Hamsterrad, das unsere Gesellschaft so vehement als erstrebenswert anpreist, gefangen. Ich merkte oft, dass ich über meine Grenzen ging, und ein Burnout kündigte sich immer öfter an. Als lösungsorientiertes und willensstarker Mensch war ich bereit, Psychopharmaka einzusetzen, um meinen Lebensstandard für mich und die Kinder aufrecht zu erhalten. Ich funktionierte. Ich war auch immer noch eine gute Mutter. Das einzige, was mir zum Verhängnis wurde, war, dass wir eine Tagesmutter benötigten, um die Betreuung während der Schicht Arbeitszeiten abzudecken. Diese Tagesmutter wurde uns vom Jugendamt vermittelt. Als ich eines Tages die Entscheidung traf, unser Haus in Niederbayern zu vermieten und ins MVV Gebiet nach Wolfratshausen zu ziehen, um die finanziellen Vorteile Münchens genießen zu können, nämlich einen wesentlich höheren Verdienst, und wesentlich weniger Pendelkosten, war unsere Tagesmutter natürlich sehr enttäuscht, und da ich für Probleme meiner Kinder stets Hilfe in Anspruch genommen hatte, zum Beispiel eine Logopädin, als Lukas nicht altersgemäß sprach, eine Kindertherapeutin, als Sascha nachts noch einnässte, war alles dokumentiert. Im entscheidenden Moment, als ich in Wolfratshausen die Hilfe des Jugendamts benötigte, da es keine Tagesmutter gab, die meine Schicht Arbeitszeiten abdeckte, wurde mir genau das zum Verhängnis. Das Jugendamt schlug nämlich eine Pflegefamilie vor, da diese den Bedarf abdecken könnte. Um deren Finanzierung jedoch zu rechtfertigen, benötigten sie Nachweise für den hohen pädagogischen Bedarf. Daher erteilte ich eine Schweigepflichtsentbindung für unsere Ärzte. Zusammen mit einigen negativen Aussagen unserer enttäuschten Ex Tagesmutter entstand eine Rechtfertigung für die Bewilligung einer Pflegefamilie, die jedoch dann dazu führte, dass ich Schritt für Schritt meine Rechte als Mutter entzogen bekam. Ich durfte meine Kinder plötzlich nur noch einmal in der Woche sehen, danach nur noch alle zwei Wochen. Ich fing an, gerichtlich dagegen zu kämpfen, um meine Kinder zurück zu holen, und meldete Privat Insolvenz an, als mein Mieter mein Haus in Niederbayern verwüstete und nicht mehr zahlte. Ich reduzierte auf Teilzeit Arbeit, um meine Kinder zurück zu bekommen, doch das Gericht entschied sich für das Jugendamt und gegen mich. Das Sorgerecht wurde mir gerichtlich entzogen. Ich verkaufte das Haus mit großem Verlust, nachdem ich es drei Monate lang renoviert hatte. In dieser Zeit war ich am Tiefpunkt angelangt.

Wie ich mich in der Krise gefühlt hatte

Ich lag wochenlang mit dem Gesicht zur Wand auf dem Sofa, alle Vorhänge des Hauses zu, der Fernseher lief im Hintergrund, ohne dass ich mitbekommen hätte, was da lief. Ich erinnere mich dunkel, dass sehr oft Predigten von Freikirchen im Hintergrund liefen. Es war, als wäre der Priester in meinem Wohnzimmer, um mir zu sagen, dass es noch Hoffnung für mich gab. Ich weigerte mich unglaublich lange, diese Situation zu akzeptieren. Ich war mein Leben lang zielstrebig und lösungsorientiert gewesen. Mein Herz verlangte danach, meine Kinder täglich in den Arm nehmen zu können. Ich hatte alles gegeben, um zu beweisen, dass ich eine gute Mutter war. Und prinzipiell wurde das auch gar nicht angezweifelt. Das war ja das Verrückte. Die Begründung für den Entzug des Sorgerechts lief nur darauf hinaus, dass die Kinder einen erhöhten pädagogischen Bedarf hatten, den ich als allein erziehende Mutter nicht abdecken konnte. Die Verzweiflung trieb mich in eine so tiefe Depression, dass ich mehrere Wochen lang nur dachte, wie sinnlos mein Leben war, und dass ich niemandem mehr nützen konnte, dass ich keine Ziele mehr haben wollte, dass ich keine Kraft mehr hatte, um irgendeinen Weg zu gehen, und das Herumliegen war wie ein Warten auf den Tod. Zum Glück gab es da meine Bekannte Jana, und die war eine Freundin von Uli, die vor meinem Wegzug aus dem Dorf ebenfalls meine Freundin gewesen war. In den zwei Jahren, in denen ich nicht hier gewesen war, sondern in Wolfratshausen, circa 150 km entfernt, hatten wir keinen Kontakt gehabt. Uli hat es sich in dieser Zeit sehr zu ihrem Nachteil entwickelt gehabt. Ihr Freund, mit dem sie ein gemeinsames Kind hatte, und mit dem sie bereits über zehn Jahre zusammen gewesen war, hatte sie verlassen. Sie war in eine Depression gestürzt, und hatte von einem Freund Psychopharmaka bekommen, die sie ohne medizinische Überwachung eingenommen hatte. Aber ob es nun die Medikamente oder die Verzweiflung gewesen waren, werde ich nie erfahren. Jana erzählte mir, dass Uli wochenlang nur noch apathisch aus dem Fenster geschaut hatte. Und eines Tages wurde sie erhängt in ihrer Scheune aufgefunden. Jana hatte sich Monate lang Vorwürfe gemacht, dass sie das nicht verhindert hatte. Und jetzt, da ich mit zugezogenen Vorhängen den ganzen Tag auf dem Sofa liegend verbrachte, wurde sie sehr stark an Ulis letzte Wochen erinnert. Deshalb Zwang sie mich fast täglich, aufzustehen, meinen Haushalt zu machen, mit ihr einkaufen zu fahren, Holz für den Kamin zu machen, und mich für einen Job zu bewerben. Was sie tat, fühlte sich so nervig an, wie wenn man einen Sonnenbrand hat, und dann im Bett liegt und vor Schmerzen nicht einschlafen kann. Sie war mein Sonnenbrand, der mich wach gehalten hat. Der mich am Leben erhalten hat. Und die Zeit heilte meinen seelischen Sonnenbrand, denn nach ein paar Monaten begann ich mit einem 1 Euro Job.

Mein Fazit nach elf Jahren

Mit Sicherheit bin ich nicht die einzige, die elf Jahre nach einer Krise darauf verwundert zurückblickt. Ich hatte mich damals so lange dagegen gewährt, mein Leben zu genießen, ohne meine Kinder bei mir zu haben. Alle hatten mir gesagt, ich sollte ein neues Leben beginnen, und akzeptieren, dass meine Kinder nun einmal nicht bei mir leben würden. Und mir erschien es jahrelang wie Hohn, daran auch nur zu denken. Doch Schritt für Schritt begann ich, meinem Leben wieder einen Sinn zu geben. Ich heiratete sogar noch einmal. Und als mein Mann mich 2018 verließ, weil er nicht mehr von der Ehe überzeugt war, startete ich in ein komplett neues Leben, das mich seither total glücklich macht. Mein Leben im Auto, durch das ich 20 Kilo abgenommen habe, zwei neue Sprachen dazu gelernt habe, durch das ich so glücklich und ausbalanciert bin wie noch nie zuvor in meinem Leben. Gib nicht auf!

Wer ich bin:

* Ich bin die Wasser-, Wald- und Wiesen-Fee. Genieße die Natur mit mir!

* Reise und lerne mit mir! Ich bin Fremdsprachenkorrespondentin und reise Vollzeit in meinem Skoda Kodiaq herum. 

* Ich unterrichte Deutsch für alle Niveaus, sowie Englisch, Französisch und Spanisch bis Niveau B1. Lerne mit mir!

* Ich bin Herausgeberin des monatlich erscheinenden „Wanderführers Wirte am Wasser“ zum Thema Reisen, Campen und Wandern. Reise mit mir!

* Ich lerne Italienisch und Russisch und suche immer muttersprachliche Lernpartner für alle meine Fremdsprachen. Lerne mit mir!

* Schau meine Videos auf YouTube, lies meine eBooks und Blogartikel und höre meinen Podcast an!

* Meine Affiliate Links zu den Produkten , die ich verwende, findest du in meinem Linktree. Das ist immer der erste Link in jeder Beschreibung und in jedem Social Media Profil. Durch die Affiliate Links bekomme ich eine kleine Provision. Kaufe bei mir!

Alles, was ich habe:

1. Jahresausgabe Wanderführer Wirte am Wasser:

Unterricht: 

Meine Angebote: 

Mein Shop: 

Wie mein Vanlife begann:

Abenteuer auf dem Weg nach Teneriffa:

Endlich habe ich meinen SUV!

Der Wanderführer Wirte am Wasser:

Ammersee: 

Starnberger See:

Thermen in Bayern:

Teneriffa 1:

Teneriffa 2:

Teneriffa 3:

Loisach:

Isar:

Tegernsee:

Königssee:

Chiemsee:

Bodensee 1:

Bodensee 2:

Altmühl:

Weißer Main:

Roter Main:

Main-Donau-Kanal 1:

Main-Donau-Kanal 2:

Main 1:

#Minimalismus #Gesundheit #carlife ‪#parkitwhereyouloveit #parkitloveit #homeiswhereyouparkit #LebenimSUV #vanlifeeurope #vanlifediaries #gesundesleben #outdoors #suv #Bayern #skodakodiaq #lebenimauto #livinginacar #vanlifemoment #Sprache #Fremdsprache #Deutschland #Sprachreise #Wandern #carlife #LebenimSUV #positivesDenken ‪#ebooks #Stories #Geschichten #Nacktbaden #zweisprachigegeschichten #Sprachenlernen #languagestudies ‬

Please follow and like us:

2 Kommentare

    1. Danke für dein mit Gefühl. Das gleiche, was du da gerade denkst, denke ich mir immer, wenn ich dich wieder mit der Maske sehe, oder du vom Kopfweh erzählst. Jeder hat irgendwas in seinem Leben, woran er zu knabbern hat. Aber dafür wissen wir auch zu schätzen, was wir ansonsten tolles im Leben haben.

Kommentar verfassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.